„Das Interesse an unserem Konzept ist mit dem High Potential Award sprunghaft angestiegen“

Christian Kammerer, Competence Center Manager bei Festo, hat 2018 den von VOICE ausgelobten High Potential Award gewonnen. Er erzählt, was der Preis seinem Team und ihm gebracht hat, den der Bundesverband der IT-Anwender ihm anlässlich des VOICE ENTSCHEIDERFORUM im September 2018 verlieh.

Herr Kammerer, Sie haben den High Potential Award für das Konzept einer flächendeckenden und übergreifenden Digitalisierung der Festo-Fertigung bekommen. Können Sie kurz erklären, was das Konzept beinhaltet?

Kammerer: Das Konzept basiert auf einem Digital Backbone, der die verschiedenen Elemente der digitalen Fabrik so miteinander vernetzt, dass weder Medienbrüche noch fehlende Verknüpfungen untereinander den durchgängigen Einsatz von Geräten, Sensoren, Robotern und deren Überwachung und Steuerung durch die Mitarbeiter behindern können. Ziel ist es eine in allen Belangen durchgängig digitalisierte Fabrik zu formen. Dazu zählen insgesamt sechs Elemente: In der digitalen Fertigungsplanung wird unter anderem auf Basis von Echtzeitdaten aus der Produktion geplant, gesteuert und entsprechend den verfügbaren Ressourcen, der Auftragsbestand gemäß den Prioritäten abgearbeitet. Digitale Zwillinge der Gesamtfabrik und der jeweiligen Maschinen werden zu Simulationszwecken eingesetzt. Die Intralogistik Postbox sorgt für den optimierten und transparenten Warenfluss. Digitale Echtzeit-Arbeitsplätze kombinieren Daten der IoT-Plattform und der Produktionssysteme in einer kollaborativen, integrierten, rollenabhängigen und übergreifenden Benutzeroberfläche. Die digitale Fertigungslinie zeichnet sich durch die Echtzeit-Identifikation und vorausschauende Behebung von Engpässen aus. Eine sensorgesteuerte Maschinen- und Werkzeugüberwachung automatisiert die nötigen Rüstvorgänge sowie Wartungsaktivitäten. Augmented und Virtual Reality schließlich unterstützen die einzelnen Fertigungsschritte, in dem zum Beispiel Mitarbeitenden über Datenbrillen wichtige Informationen zu den jeweiligen Arbeitsschritten oder Produkten übertragen werden, was in der Fabriksimulation, in der Instandhaltung als auch beim Einlernen neuer Mitarbeiter deutliche Effizienzgewinne schafft. Die komplette Supply-Chain sowie der Vertrieb sind in das Gesamtsystem eingebunden, indem jederzeit Transparenz über die in der Fertigung befindlichen Aufträge besteht.

Christian Kammerer von Festo bedankt sich für die Verleihung des VOICE High Potential Award anlässlich des VOICE ENTSCHEIDERFORUM 2018

Wieso konnten ausgerechnet Sie dieses Konzept erarbeiten?

Kammerer:  Ich habe das Konzept nicht allein erstellt. Dahinter steht ein ganzes Team, dessen Leitung ich vor einem halben Jahr übernommen habe. Viele Vorüberlegungen und elementare Grundkonzepte lagen vor, als ich eingestiegen bin. Diese habe ich zusammen mit meinen Kollegen noch einmal auf den Prüfstand gestellt, in Workshops weiterentwickelt, verfeinert und letztlich mit Maßnahmen versehen.

Impressionen vom VOICE ENTSCHEIDERFORUM 2018


VEF 2019 – wieder mit High Potential Award

Natürlich findet auch in diesem Jahr das VOICE ENTSCHEIDERFORUM statt und selbstversändlich wird auch wieder der HIGH POTENTIAL AWARD verliehen. Das Großevent findet statt vom 18. -20. September 2019 in Berlin,im Steigenberger Hotel am Kanzleramt.  

Treffen Sie dort Sprecher und Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die wirklich etwas zu sagen haben. In den interaktiven Workshops zu aktuellen IT-Themen lernen Konzerne, Mittelstand und Startups voneinander.  

Nach dem Erfolg aus dem vergangenem Jahr verleiht der Bundesverband der IT-Anwender erneut den VOICE HIGH POTENTIAL AWARD. Er wird vergeben für wegweisende Anwender-Projekte von jungen Digital-Entscheiderinnen und Entscheidern in den Bereichen IoT, Artificial Intelligence, Cloud Computing und Security. Reichen Sie Ihr Projekt ein, netzwerken Sie mit anderen High Potentials und gewinnen Sie unseren High Potential Award 2019. Bewerben Sie sich unter: www.voice-entscheiderforum.org Bewerbungsschluss ist der 30.08. 2019; 18:00 Uhr.

Nähere Informationen zum VOICE ENTSCHEIDERFORUM 2019 finden Sie unter  https://voice-entscheiderforum.org/  und unter http://voice-entscheiderforum.org/wp-content/uploads/2019/02/VEF19_Infopaket.pdf


Was hat Sie bewogen, dieses Konzept einzureichen?

Kammerer: Ich hatte die Wahl zwischen mehreren Projekten, die ich zu dem Zeitpunkt leitete, habe aber das Thema SmartFactory@Festo gewählt, weil es meiner Meinung nach ein elementares Zukunftsthema für Festo adressiert und ebenfalls für andere Unternehmen interessant sein könnte.

Hat sich nach der Preisverleihung etwas für Sie geändert?

Kammerer: Das Interesse an unserem Konzept ist nach der Veröffentlichung des High Potential Award sprunghaft angestiegen. Vor allem auch getrieben durch die Veröffentlichung des Award-Gewinns auf den Social Network Kanälen LinkedIn und Xing sowie auf der Festo-Website. Mein Team erhielt sowohl Anfragen von internen als auch von externen Interessenten, um das entwickelte Konzept näher zu erläutern. Somit war der Gewinn des High Potential Awards eine einmalige Maßnahme für das Team- und Projektmarketing. Mein Motiv war das Team voranzubringen, welches das Konzept als Ganzes entwickelt hat und das ist rückblickend gelungen. Aber natürlich bringen Beteiligungen an einem Wettbewerb auch persönlich Vorteile. Allein die Präsentation vor den hochkarätigen Teilnehmern des VOICE ENTSCHEIDERFORUM aus IT-Entscheidern, Politik, Anbietern und Forschung stellte eine große Chance dar.

Ist von Ihrem Konzept schon etwas umgesetzt worden?

Kammerer: Mit dem Konzept wurde der Grundstein gelegt und wir sind nun in der Implementierungsphase.

Empfehlen Sie Kollegen eine Teilnahme am High Potential Award und am VOICE ENTSCHEIDERFORUM?

Kammerer: Absolut. Der Workshop „High Potentials only“ war hervorragend, ich konnte nicht nur mein Netzwerk deutlich ausbauen, sondern der Austausch der Sichtweisen meiner Workshop-Kollegen war sehr bereichernd. Zudem war für mich die Bearbeitung des sehr aktuellen Themas „Aufbau und Führung von agilen Teams“ hochinteressant. Man profitiert von einem solchen Workshop natürlich am meisten, wenn man den Input, den man bekommt, mit den Erfahrungen in eigenen Projekten vergleicht und für einem selbst angepasst entsprechend anwendet.