VOICE und BITKOM entwickeln Grundzüge einer Cloud-Standortpolitik

– Gemeinsames Positionspapier von Anbietern und Anwendern
– Datenschutz als Standortvorteil bei Cloud Computing

Hannover, 04. März 2012
Auf die überragende Bedeutung von Cloud Computing für Anbieter und Anwender sollte aus Sicht von BITKOM und VOICE auch die Politik reagieren. Im internationalen Wettbewerb profitieren auch bei diesem Thema jene Standorte, wo der Staat günstige Rahmenbedingungen schafft. „Cloud Computing wird zu einem bedeutenden Ansatzpunkt für eine moderne Standortpolitik“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. BITKOM und der Verband der IT-Anwender VOICE sehen Handlungsbedarf bei der Optimierung des Rechtsrahmens, beim Einsatz von Cloud Computing in der öffentlichen Verwaltung sowie bei der Ausrichtung der Standortpolitik auf Cloud-Ökosysteme. Das ist das Fazit eines Positionspapiers, das BITKOM und VOICE gemeinsam verfasst und heute auf der CeBIT vorgestellt haben. Aus Sicht der Verbände sollte der Gesetzgeber den Rechtsrahmen für Cloud Computing anpassen und dabei auf Datenschutz als Standortvorteil setzen. „Wir müssen die in Deutschland etablierten Vorstellungen von Datenschutz und Sicherheit nach Europa exportieren. Es darf keine isolierte Weiterentwicklung der nationalen Gesetzgebung geben, die der Technologie die Dynamik raubt“, sagt Dr. Thomas Endres, Vorsitzender des VOICE-Präsidiums. Gesetzgeberische Alleingänge wären falsch. Um den Rechtsrahmen zu verbessern, sollte der Datenschutz in der EU harmonisiert, die Benachteiligung deutscher Anbieter bei Datentransfers in Drittstaaten beendet und rechtliche Grauzonen beseitigt werden, die durch die Einführung exterritorial geltenden Rechts entstanden sind. Außerdem betonen die beiden Verbände die Chancen für den öffentlichen Sektor: Durch die Technologie können die Mitarbeiter im öffentlichen Bereich den steigenden Verwaltungsaufwand besser bewältigen. Für den Standort Deutschland würde sich ein Schub für das Cloud-Computing auch auf die traditionell starken Anwenderbranchen positiv auswirken. Doch nicht nur Anwender sollen aus Deutschland kommen. Die hierzulande tätigen Cloud-Anbieter haben das Ziel, Deutschland zu einem führenden Standort für Cloud-Lösungen auszubauen. „Als wichtiger Wirtschaftsstandort muss Deutschland unter den Cloud-Anbietern zum Vorreiter werden – nicht nur in Europa“, sagte Kempf. Das Positionspapier von VOICE und BITKOM sowie diese Pressemeldung können am Ende des Artikels heruntergeladen werden. Das Papier wird auf der Sondershow „Cloud Computing World“ auf der CeBIT in Hannover am 6. März vorgestellt. Zudem präsentiert der BITKOM auf der Messe die Ergebnisse einer repräsentativen Unternehmensbefragung zum Einsatz von Cloud Computing. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt mehr als 1.700 Unternehmen, davon über 1.100 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. Der BITKOM setzt sich insbesondere für eine Modernisierung des Bildungssystems, eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik und eine zukunftsfähige Netzpolitik ein. VOICE – Verband der IT-Anwender e.V. wurde ins Leben gerufen, um als Dachorganisation die bestehenden Verbände cioforum, CIOcolloquium und CIO-Circle noch effizienter miteinander zu verbinden. VOICE bietet eine dynamische und kompetente Plattform für den fachlichen Austausch von IT-Verantwortlichen und Entscheidungsträgern am Markt. Gebündeltes Know-how für unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen prägen den hohen Anspruch, der in VOICE eine erfolgreiche Umsetzung findet. VOICE steht für eine starke Interessenvertretung mit einem weit reichenden Netzwerk. Als Ansprechpartner für Politik, Medien und Gesellschaft gestaltet VOICE aktiv den Dialog mit der Öffentlichkeit.